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Stand: 10.09.2019

Pressemitteilung

Mit Behinderung in der Familie leben lernen

Auch wer eine Behinderung hat, lebt am liebsten in seiner gewohnten Umgebung. Die Betreuung erfordert von den Angehörigen jedoch einen hohen Einsatz, der häufig bis an die Grenzen der Belastbarkeit führt. Abhilfe schafft ein neues Angebot des Caritasverbandes und der Jacob-Friedrich-Bussereau-Stiftung. Sie haben für Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen in der Südpfalz einen „Familienentlastenden Dienst“ entwickelt.

Der „Familienentlastende Dienst“ richtet sich an Menschen mit Behinderung, die in ihrer Familie leben und von ihren Angehörigen betreut werden. Besonders Menschen, die schwerst mehrfach behindert sind, haben einen hohen Pflegebedarf. „Oft müssen Familien mit den psychischen und physischen Anforderungen, welche diese Situation mit sich bringt, allein fertig werden“, erklärt Eva-Maria Menges, die Leiterin des neuen Hilfeangebots. Das bedeutet für die Eltern, dass eigene Bedürfnisse oft zurückstehen müssen. Für Unternehmungen, ob zu zweit mit dem Partner oder mit nicht behinderten Geschwisterkindern, bleibt wenig Zeit. Immer mehr Familien fehlt in dieser Situation die Unterstützung durch ein Netzwerk von Großeltern, Verwandten oder Freunden. Das Alter spielt für den „Familienentlastenden Dienst“ keine Rolle. Jeder kann die Hilfe des „Familienentlastenden Dienstes“ in Anspruch nehmen, vom Kleinkind bis zum Rentner.

Der „Familienentlastende Dienst“ leistet eine individuelle Einzelbetreuung. „Wie die konkret aussieht, ist natürlich auch von der Art und Schwere der Behinderung abhängig“, erklärt Eva-Maria Menges. Häufig werde Unterstützung angefordert, damit die Eltern eine dringend benötigte Auszeit bekommen, zum Beispiel für einen Krankenhausaufenthalt oder für einen Urlaub, um neue Kraft zu schöpfen. Darüber hinaus initiiert der „Familienentlastende Dienst“ Freizeit- und Bildungsangebote wie zum Beispiel Ausflüge an den Wochenenden und in den Ferien sowie gemeinsame Besuche von Kultur- und Sportveranstaltungen. „Gerade für Menschen, die aufgrund einer Behinderung stark eingeschränkt sind, haben Kontakte außerhalb des Elternhauses eine große Bedeutung“, betont Eva-Maria Menges. Die Hilfe des „Familienentlastenden Dienstes richtet sich auch an Eltern und Geschwister. „Wir wollen Gruppen aufbauen, in denen sich die Angehörigen austauschen können“, beschreibt sie ein Ziel für die künftige Arbeit.

Am „Familienentlastenden Dienst“ sind insgesamt vier katholische Einrichtungen der Behindertenhilfe in der Südpfalz beteiligt. Dazu gehören das St. Paulusstift in Landau, das St. Paulusstift in Völkersweiler sowie die Einrichtungen St. Paulusstift und St. Laurentius in Herxheim. Die Mitarbeiter des „Familienentlastenden Dienstes“ kommen zu den Familien nach Hause, bieten aber auch eine Betreuung in den Räumen der beteiligten Einrichtungen an. „Mit dem Familienentlastenden Dienst wollen wir dazu beitragen, dass Menschen mit Behinderung in ihrer gewohnten Umgebung bleiben und aktiv am Leben in der Gesellschaft teilnehmen können“, erläuterten Caritasdirektor Alfons Henrich und Vinzenz du Bellier, Vorstand der Jacob-Friedrich-Bussereau-Stiftung, bei einer Pressekonferenz in Landau.

Der „Familienentlastende Dienst“ wird gefördert von der „Aktion Mensch“. Caritasdirektor Alfons Henrich forderte die Kommunen und das Land auf, die betroffenen Familien bei den Kosten zu unterstützen. Der „Familienentlastende Dienst Südpfalz“ wird von der Universität Landau wissenschaftlich begleitet. Einen weiteren „Familienentlastenden Dienst“ bietet der Caritasverband in der Einrichtung „Haus Sonne“ in Zweibrücken an.

Kontakt

Familienentlastender Dienst Südpfalz, St. Paulusstift, Queichheimer Hauptstr. 234, 76829 Landau, Telefon 06341 / 599508,
E-Mail: eva-maria.menges@caritas-speyer.de .

Herausgegeben von:
Caritasverband für die Diözese Speyer

Verantwortlich:
Markus Herr

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