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Stand: 10.09.2019

Pressemitteilung

Gemeinschaftsarbeit statt Berührungsangst

Für Daniel ist es ein Freudentag. Auf eigenen Wunsch hat der geistig behinderte Junge mit nicht behinderten Buben in seinem Alter in einem Zimmer übernachtet. „Das hat gut funktioniert“, bestätigt Adrian (12). Beide sind Teilnehmer des Pilotprojekts „Inklusive Freizeit“ für Kinder mit und ohne Behinderung, das vom Caritas Förderzentrum St. Laurentius und Paulus in Landau in Kooperation mit dem Landesjugendpfarramt und dem Mobilen Dienst des Gemeinschaftswerkes Reha Westpfalz angestoßen wurde. Fünf Tage lang genießen die Mädchen und Jungen als Folge dessen „All inclusive-Spaß in Speyer“.

Nicht nur die gemeinsame Übernachtung stimmt Daniel fröhlich. Auch das Anrichten eines Obstsalats in Gemeinschaft mit den anderen gefällt dem aufgeweckten Jungen. Behände führt er das kleine Messerchen in seiner rechten Hand durch die Apfelstücke, die vor ihm auf einem Brett liegen, um sie mundgerecht zu machen. Wie ihm die Freizeit gefällt? „Gut“, sagt Daniel und strahlt übers ganze Gesicht. Sein neuer Kumpel Adrian meint: „Für mich ist der Aufenthalt hier schon was Besonderes. Ich bin Einzelkind und hab sonst nicht so viel mit anderen Kindern zu tun.“

Auch Leon (12) aus Zweibrücken findet das Angebot toll. „Mit Freunden spielen zu können, die ich hier kennen gelernt habe, ist klasse“, erklärt er, während er fachmännisch eine Orange zerteilt. Daneben sitzt der gleichaltrige Michael. Während er sich auf das Schälen einer Melone konzentriert, denkt er an den bereits vergangenen Bowlingabend. „Der war sehr gut“, urteilt der junge Ludwigshafener. Anstrengend sei der Freizeitspaß nicht gewesen. Obwohl – Michael revidiert seine Aussage: „Die Kugeln waren schon schwer.“

Die Gruppe zählt, nicht die Behinderung

An einem zweiten Tisch hat sich eine Mädchenriege versammelt. Vanessa (12) und Franziska, mit 19 Jahren die älteste im Bunde, bringen sich ebenfalls ein. Ihre geistige Behinderung spielt keine Rolle für die anderen. Vanessa wäscht das Gemüse ab, das für Sandwiches benötigt wird, Franziska hilft beim Kleinschneiden. „Mir macht es richtig Spaß mit so vielen Kindern zusammen zu sein und mit ihnen etwas zu unternehmen“, macht sie deutlich. Stefanie (12) aus Oberhausen bei Bad Bergzabern hat – wie der Rest der Gruppe - keine Berührungsängste mit den behinderten Jugendlichen. Im Gegenteil. „Alle hier sind total nett und es ist total lustig, einmal etwas in einer solchen Gruppe zu machen“, versichert sie.

Das Programm ist entsprechend vielschichtig, wie sich aus dem Gespräch mit Klaus Hartmuth vom Referat Körperbehindertenarbeit beim Landesjugendpfarramt in Kaiserslautern ergibt. Neben Bowlen und gemeinsamem Kochen stehen Schwimmbad- und Museumsbesuch sowie Kreativangebote auf dem Plan. Auch auf eine Entspannungsreise zu Fantasiemusik gehen die Jugendlichen mit ihren Betreuern an einem der Abende.

„Die Resonanz dürfte größer sein“, merkt Hartmuth hinsichtlich der geringen Anmeldezahl an, ergänzt aber: „Jeder hat einmal klein angefangen.“ Abgesehen davon biete die überschaubare Zahl von acht Teilnehmern – davon drei behinderte Kinder – größere Möglichkeiten. Mit einer Rheinschifffahrt soll das „All inclusive“-Paket ausklingen. Mit nach Hause nehmen werden die Kinder gewiss nicht nur Bilderrahmen und Blumentöpfe als sichtbare Ergebnisse ihres Aufenthalts, sondern vor allem Erinnerungen an eine ereignisreiche Zeit unter Gleichgesinnten.

Kontakt:

Caritas-Förderzentrum St. Laurentius und Paulus
Familienentlastender Dienst Südpfalz
Queichheimer Hauptstr. 235, 76829 Landau
Telefon 06341 / 599-516
www.foerderzentrum-laurentius-paulus.de

 

Text und Foto: Susanne Kaiser

 

Herausgegeben vom:
Caritasverband für die Diözese Speyer

Text und Foto: Susanne Kaiser

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