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Stand: 10.09.2019

Pressemitteilung

Video-Beratung entlastet Familien mit Kindern mit Behinderung

Claudia Kern führt die Videoberatung vor. Claudia Kern führt die Videoberatung vor. Caritas-Förderzentrum St. Laurentius und Paulus

Im Caritas-Förderzentrum St. Laurentius und Paulus wurde zwei Jahre lang der Einsatz eines Software-Programms zur Online-Video-Beratung von Menschen mit Beeinträchtigungen erprobt. Die Ergebnisse sind ermutigend. Schon vor der Corona-Krise mit ihren Vorsichtsmaßnahmen hat das Förderzentrum in seiner Beratungsstelle für unterstützte Kommunikation mit videogestützter Beratung gearbeitet. Während der Corona-Pandemie mit ihrem Lockdown hat sich das Projekt Video-Counseling, zu Deutsch Videoberatung, bewährt. 

Inzwischen hat sich die Videoberatung im Einsatz bei Eltern von Kindern mit Beeinträchtigungen neben der Face-face-Beratung als zusätzliches Element der Gesundheitsversorgung der Kunden im Caritas-Förderzentrum etabliert. 

Das Projekt Vico, das Anfang 2020 gestartet wurde, hat sich bewährt, berichten Einrichtungsleiter Thomas Moser und Ergotherapeutin und Kommunikationspädagogin Claudia Kern. Vico ermöglicht Eltern von Kindern mit Beeinträchtigung die Beratung zuhause, ohne vorher lange Wege zur Beratungsstelle zurücklegen zu müssen. Zudem können in die Beratungen per Vico auch Arztgespräche integriert werden. 

Die Beratung über Video soll die normalen Vor-Ort-Termine im Landauer Caritas-Förderzentrum nicht ersetzen. Denn es sei zunächst wichtig, dass Caritas-Mitarbeiterin Claudia Kern und ihre Kollegin Sabine Mayrhofer ihre Kunden und deren Angehörige zuerst persönlich kennengelernt haben und die Diagnostik schon gelaufen sei.

Darüber hinaus ist die Videoberatung eine sehr gute Möglichkeit, mit den Kunden Kontakt aufzunehmen. Denn für einige sei der Anfahrtsweg sehr weit, was für die Kunden ein Problem darstellen kann - wenn beispielsweise ein Geschwisterkind betreut werden muss oder es dem beeinträchtigten Kind an dem Tag des Termins nicht so gut geht, so dass die Eltern ihm keine lange Autofahrt zumuten möchten.

In solchen Fällen müssen die Eltern dann die Termine in der Beratungsstelle absagen. Manchmal hätten die Kunden auch nur eine Frage, die sich innerhalb von Minuten klären lässt - auch dafür sei die Videoberatung zu empfehlen. 

Als sich im Frühjahr 2020 die Corona-Pandemie ankündigte, wurde die Videoberatung umso wichtiger: "Sie hat uns in Corona-Zeiten enorme Dienste geleistet", berichten Thomas Moser und Claudia Kern. Denn ihre Kunden zählen zur Risikogruppe - für sie bietet die kontaktlose Beratung einen Schutz vor Ansteckung - auch im Hinblick auf die Zukunft, wenn das Corona-Virus uns noch über Jahre hinweg begleiten wird. 

Dank Vico konnten ungeachtet aller Kontaktbeschränkungen im Jahr 2020 Beratungen für 30 Familien in 74 Terminen stattfinden, 2021 wurden bisher 19 Familien 46-mal digital beraten und unterstützt. Angesichts der Erfolge und der Qualität wird auch in Zukunft die Videoberatung zum Einsatz kommen und dafür wird der Kreis der Nutzer auch auf Erwachsene erweitert werden. Für die Finanzierung konnte  die in Neustadt ansässige Lipoid-Stiftung gewonnen werden. 

Die Qualität der Videoberatungen hat auch die Kostenträger der Eingliederungshilfe überzeugt, sodass die Online-Leistungen von den Kommunen übernommen werden. Selbst die Krankenkassen übernehmen dank eines neuen Gesetzes mittlerweile die Kosten für digitale Heilmittelerbringung wie Ergo- oder Logopädie als Regelleistung.


Text und Bilder: Caritasverband für die Diözese Speyer 
Bildtext: Claudia Kern bei einer Videoberatung mit einem Kind. 



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