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Stand: 28.08.2015

Pressemitteilung

Unerschrockener Held wächst an Herausforderungen

Der kleine Muck trifft auf seinem Weg die Katzenfrau im Zauberwald. Der kleine Muck trifft auf seinem Weg die Katzenfrau im Zauberwald. Brigitte Schmalenberg / Caritasverband Speyer

"Wir haben es geschafft! Wir haben es geschafft!" Schon bei der Generalprobe am Donnerstagmorgen haben die Mitglieder der inklusiven Theatergruppe Mutabor des Caritas-Förderzentrum St. Laurentius und Paulus in Herxheim gespürt, dass sie eine große Leistung vollbracht und etwas ganz Tolles auf die Beine gestellt haben. Und tatsächlich ist "Der kleine Muck" nach dem Märchen von Wilhelm Hauff und in der Regie von Chawwerusch-Schauspieler Ben Hergl auch in der Premiere, die am Freitag im Chawwerusch-Theatersaal stattfand, zu einem fantastischen Helden und riesigen Sympathieträger geworden.

Wieder einmal hat die Theatertruppe von Johannes Trauth mit tatkräftiger Unterstützung von Christel Matti und tollen Kostümen von Kristina Baumert bewiesen, was in jedem einzelnen Spieler steckt. Zu spüren war auch, wie vorbildlich ein starker Gemeinschaftsgeist ganz unvorhergesehene Fähigkeiten weckt. Aber auch der kleine Muck ist ja an seinem gar nicht so einfachen Schicksal und den damit verbundenen Herausforderungen gewachsen. Weil ihn die Leute wegen seines unattraktiven Aussehens verspottet und verlacht haben, hat er nach dem Tod seines Vaters sein Bündel geschnürt und auf eigenen Faust sein Glück gesucht. Ganz bravourös fühlt sich Julian Jacobs in die Rolle des unerschrockenen Helden ein und macht sich mit seinen magischen Schuhen auf den Weg in eine bessere Zukunft.

Der kleine Muck gibt dem Koch eine verzauberte Feige. Mit verzauberten Feigen übt der kleine Muck Rache zunächst am Koch, und später auch am Herrscher und seiner Frau. Ihnen wachsen Eselsohren. Brigitte Schmalenberg / Caritasverband Speyer

Hungrig, kalt und müde verschlägt es ihn zuerst in einen Zauberwald und dann in eine Stadt, wo er sich bei einer Frau namens Ahavzi als Diener verdingt. Weil er aber mit Ahavzis vielen Katzen nicht klarkommt, muss er wieder das Weite suchen. Nur gut, dass ihn ab jetzt ein treuer Hund begleitet, dem Benjamin Boschen mit tierisch gutem Hecheln, Jaulen und Stöckchen tragen Gestalt verleiht. So kann er seinem neuen Herrchen bei den folgenden Abenteuern als schnellster Läufer des Sultans, als dessen Gefangener und schließlich als Hofarzt zur Seite stehen. Natürlich gelingt dem cleveren kleinen Muck am Ende seine turbulenten Reise die süße Rache. Ein Trick mit verzauberten Feigen, die dem Herrscher und seiner Frau Eselsohren wachsen lassen, macht ihn zu einem reichen Mann, der alt und weise in seine Heimat zurückkehrt. Dort, so verrät Jürgen Knorr, der sich als wissender Märchenerzähler einbringt, wurde er guter Letzt von niemandem mehr ausgelacht.

Mit großer Empathie und enormer Energie haben alle Mitwirkenden dieses wunderbare Märchen lebendig werden lassen und ganz nebenbei seine starke Moral verkündet. Mutabor-Leiter Johannes Trauth hat diese anrührende Geschichte sehr nah am Original erzählt und mit dynamischen Interpretationen ausgebaut. Zudem wird der turbulente Verlauf immer wieder durch phantasievolle Schattenbilder bereichert.

Märchenhafte Schattenspiele bereichern das Bühnengeschehen.Das turbulente Geschehen auf der Bühne wird von märchenhaften Schattenspielen untermalt. Brigitte Schmalenberg / Caritasverband Speyer

Trauth hat das Märchen nicht nur wegen der starken erzieherischen Elemente auf den Spielplan gesetzt. "Wir wollten auch etwas Orientalisches machen und in schlechten Zeiten für dieses Thema die schönen Bilder aufleben lassen, die wir selbst noch als Kindheitserinnerungen gespeichert haben", zeigt der Theatermann Flagge.

Seine Botschaft wird ihre Wirkung nicht verfehlen. Wer die Märcheninszenierung miterlebt, der wird künftig mit anderen Augen auf Fremdartiges schauen. Er wird sicher seine Sympathie jenen schenken, die mutig ihr Schicksal meistern und sich manchmal vielleicht sogar selbst so fühlen, als habe er Zauberschuhe an den Füßen.

Genau darin besteht die Intention des inklusiven Theaters Mutabor, das vor 20 Jahren gegründet und nach einem Zauberwort aus einem anderen Hauff-Märchen, dem Kalif Storch, benannt wurde. Die Übersetzung liefern die Mitwirkenden bei jeder Inszenierung, ja sogar bei jeder Aufführung höchstpersönlich. Denn Mutabor bedeutet: "Ich werde verwandelt werden"

Der kleine Muck von der Theatergruppe Mutabor wird bei mehreren Terminen als Schulveranstaltung angeboten. Eine öffentliche Aufführung ist am Sonntag, 26. Mai, 15 Uhr im Chawwerusch-Theater in Herxheim.  

Text und Fotos: Brigitte Schmalenberg für den Caritasverband für die Diözese Speyer



 

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