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Stand: 12.06.2020

Pressemitteilung

“Klaus Böhm ist für uns ein wahrer Segen“

Klaus Böhm bei Dreh- und Fotoarbeiten für die Kampagne_hochformatig

Klaus Böhm ist ein Gutmensch. Ganz offiziell. Er ist Teil einer Kampagne, mit der die Caritas dieses Wort zurückgewinnen will. "Gutmensch" ist ein Kampfbegriff geworden, mit dem sozial engagierte Menschen als naive Traumtänzer diffamiert werden. Mit ihrer bundesweiten Kampagne will die Caritas im kommenden Jahr zeigen, wie Gutmenschen mit beiden Beinen auf der Erde stehen, zupacken und mit ihrem Engagement unsere Gesellschaft besser machen.

Der Bollerwagen ist mit Trommeln vollgeladen, Klaus Böhm zieht ihn durch das Caritas-Förderzentrum St. Laurentius und Paulus in Landau-Queichheim. Zusammen mit zehn Trommelfreunden will er zu einer kleinen Lichtung im Wald. Einmal im Monat treffen sich Menschen mit und ohne Behinderungen, um gemeinsam zu trommeln. Diesmal ist ein Team der Werbeagentur Glow dabei. Die Profis aus Berlin fotografieren und filmen, führen Interviews mit Teilnehmern. Sie wollen zeigen, was so ein Gutmensch macht und wie er bei den Teilnehmern ankommt. Gerade haben sie mit Svenja Ruth gesprochen. Sie lebt im Förderzentrum und freut sich schon auf die Trommelstunde. "Mit Klaus ist es nie langweilig", sagt sie in die Kamera.

Klaus Böhm bei Dreh- und Fotoarbeiten für die KampagneEin Team der Berliner Agentur Glow filmt und fotografiert Klaus Böhm beim Trommeln mit Menschen mit und ohne Behinderung. Gereon Hoffmann / Caritasverband für die Diözese Speyer

Auf der Lichtung angekommen, wird alles vorbereitet. Die Werbeleute geben für die Aufstellung ein paar Tipps, damit sie später gute Bilder bekommen. Die Teilnehmer sollen sich mit ihren Trommeln im Halbkreis aufbauen, Böhm soll in die Mitte. Das Werbeteam leitet Art-Direktorin Franziska Knöpfel. "Es ist sehr gut gelaufen", sagt sie nach dem Tag in Landau. "Wir sind sehr herzlich empfangen worden und es war alles gut vorbereitet und organisiert." 

Für Klaus Böhm war der Tag anstrengend. Schon am Vormittag begleitete ihn das Werbeteam in die Küche des LiLi-Cafés wo der gelernte Koch sein beliebtes "Kochen mit Senioren" veranstaltete. Dabei kochen ältere Bewohner des Caritas Zentrums mit ihm ihre Lieblingsgerichte - eine weitere Aktivität, die der 51-Jährige hier ehrenamtlich anbietet. "Es war ein toller Tag. Ich war am Abend müde, aber glücklich", sagt er.

Dass er für die Caritas-Kampagne ausgewählt wurde, hatte er nicht erwartet. "Ich mache meine Sachen sonst eher im Hintergrund, ohne Aufsehen." Vorgeschlagen hat ihn Alexander Hahn, Leiter des Projekts Leben in Landau inklusiv (LiLi). "Klaus Böhm ist für uns ein wahrer Segen", sagt Hahn. Böhm sei in besonderer Weise jemand, der Menschen mit Behinderungen unterstütze, helfe und Wünsche erfülle. "Es gibt bei LiLi ein Buch der Wünsche, wo Bewohner eintragen können, was sie gerne mal machen würden", erklärt Böhm. So fand er einen Eintrag, dass jemand sich für die Busse des Fahrdienstes interessiere, mit denen er täglich fahre. Und weil Böhm selbst bei diesem Fahrdienst arbeitet, stellte er den Kontakt her und konnte den Wunsch erfüllen, dass der Bus-Fan beim Putzen des Busses hilft.

Den Kontakt zu Menschen mit Behinderungen bekam Böhm schon während seiner Kindheit in Saarbrücken. Sein Vater arbeitete als Busfahrer und habe ihn zu Ausflügen mitgenommen. Da habe er bereits mit elf Jahren geholfen, zum Beispiel Rollstuhlfahrer zu schieben. Mit 13 Jahren habe er in einer Küche mitgearbeitet, die an Heilig Abend für Obdachlose, Menschen mit Behinderungen und weitere Bedürftige ein Weihnachtsessen machte. Und von da an habe er sich regelmäßig engagiert. Immer wieder schafft er es, Menschen mit und ohne Behinderungen zusammenzubringen, er organisiert Ausflüge und Freizeiten und macht damit vielen Menschen Freude.

Was hält Klaus Böhm von der Idee, den Begriff "Gutmensch" neu und positiv zu besetzen? "Endlich hat jemand gemerkt, dass man da etwas tun muss", habe er gedacht, als er von der Caritas-Aktion hörte. Dass das Wort in der öffentlichen Diskussion zuletzt eher abwertend genutzt wurde, fand er schade. "Bundesweit haben sich 43 Menschen für die geplante Kampagne beworben", sagt Teresa Wieland, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Deutschen Caritasverband. Vier Menschen für vier Motive habe man ausgewählt. Dabei gehe es um verschiedene Aspekte von Engagement in den Bereichen Ehrenamt, Politik, Umwelt und Nachhaltigkeit. Bei der Auswahl sollten Haupt- und Ehrenamtliche beiderlei Geschlechts und verschiedener Altersgruppen vertreten sein. "Herr Böhm war für uns ein Volltreffer. Er ist so vielfältig engagiert, dass wir sehr neugierig auf ihn geworden sind", sagt Teresa Wieland.

"Sei gut, Mensch!" soll als Schlagwort der Kampagne dienen, die in sozialen Medien über Anzeigen, Bilder und Videos laufen soll. Bereits in der Vergangenheit hat der Deutsche Caritasverband mit der Agentur Glow erfolgreich zusammengearbeitet. So wurde der Beitrag "Flüchtlinge in Deutschland - was wird aus ihnen?" seit Oktober 2015 über 2,3 Millionen mal in Facebook aufgerufen, wurde mehr als 20.000 mal geteilt und über 20.000 mal kommentiert. Zur Bundestagswahl 2017 gestaltete Glow für die Caritas die Kampagne "Wählt Menschlichkeit". 

Infos:www.seigutmensch.de

Text und Foto: Gereon Hoffmann für den Caritasverband für die Diözese Speyer

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