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Stand: 12.06.2020

Pressemitteilung

„Jetzt noch 'ne dritte Runde…“

Die Strecke wurde zu Fuß oder im Rollstuhl bewältigt.  4Die Strecke wurde zu Fuß oder im Rollstuhl bewältigt. Ralph Hahn / Caritas-Förderzentrum St. Laurentius und Paulus

Sonntagmorgen an der Alla Hopp-Anlage in Edenkoben: Die letzte Kleingruppe der Teilnehmer des Caritas Förderzentrum St. Laurentius und Paulus am Landauer Firmenlauf steht leicht angeschwitzt am Bus. Nur der Verfasser dieser Zeilen atmet mittlerweile schwerer, wir haben 6,7 Kilometer hinter uns. Wir, das sind Christian Trapp, der so gar keine Ermüdungserscheinungen zeigt, Sonja Schreieck, die mit einem Lächeln im Gesicht wie ein Uhrwerk läuft, Jesse Emo, der trotz einer Gehbehinderung auch bei hohem Tempo nicht zurückfällt, Sascha Pilsel, der weit über 4 Kilometer mit seinem Rollstuhl selbst gefahren ist und meine Wenigkeit. Ich muss nun ein Machtwort sprechen, dass wir genug gelaufen wären (5 Kilometer waren unser Ziel) und bereite die Pokal- und Medaillenvergabe vor. Unterstützt werde ich von Raphael Hahn, der als Ehrenamtlicher Fotos schießt und uns anfeuert. 

Die Stimmung war hervorragend. Die Stimmung war hervorragend. Ralph Hahn / Caritas-Förderzentrum St. Laurentius und Paulus

Insgesamt haben 30 Menschen mit und ohne Behinderung aus dem Caritas-Förderzentrum am diesjährigen Landauer Firmenlauf teilgenommen. Wie wohl die meisten Menschen ignorierten wir die ersten Werbeplakate. Wir fragten uns, "wie sollte in Corona-Zeiten ein Firmenlauf mit Tausenden von Läufern stattfinden?". Doch Ende August trudelte ein weiteres Firmenlauf-Infoblatt im Caritas-Förderzentrum ein und plötzlich erschien uns im Team LiLi (Leben in Landau inklusiv) und im Freizeitbereich das Angebot geradezu verlockend. 

Es war zum ersten Mal möglich, an fünf verschiedenen Tagen, mit einer für jeden passenden Strecke am Firmenlauf teilzunehmen. Dadurch konnten auch Menschen mit schweren Behinderungen die Startbedingungen erfüllen. Mit dem Bereichsleiter der Tagesförderstätte, Frank Schreieck, und Mitorganisatorin Sabrina Feis, hatten wir schnell die richtigen Ansprechpartner mit im Boot. Auch Günther Sittig von der Gesamtleitung des Caritas-Förderzentrums St. Laurentius und Paulus zeigte sich begeistert und versprach mitzumachen. So einigten wir uns auf die Teilnehmerzahl dreißig, hätten aber auch gut und gerne das Doppelte an Teilnehmern gefunden.

Teilnehmerin Nicole Bögge.Teilnehmerin Nicole Bögge.Ralph Hahn / Caritas-Förderzentrum St. Laurentius und Paulus

Der Zeitraum war auf den 7. bis 11. Oktober festgelegt worden. Am 5. Oktober konnten wir die Startunterlagen abholen - und, welch Überraschung, wir hatten die drittmeisten Teilnehmer und sollten dafür schon mal einen Pokal erhalten.

Am Mittwochmorgen startete die erste Gruppe im Caritas-Förderzentrum bei leichtem Nieselregen. Petra Christiani vom Freizeitbereich und Klaus Böhm, ehrenamtlicher Mitarbeiter, begleiteten Franz Kotter und Walter Kunz. Direkt nach dem Lauf, der bei 1,1 km endete, fuhr die Gruppe auf den Marktplatz und nahm dort den Pokal und von den Sponsoren gestiftete Preise entgegen.

Nachmittags liefen Kevin Dingler und Angelo Noll mit Petra Christiani bei herrlichem Sonnenschein in Steinweiler eine 5,3 Kilometer- Strecke in der guten Zeit von 53 Minuten.

Anschließend wurden die Läufer mit einer nährenden Verpflegung von Familie Christiani unterstützt. Am Donnerstag starteten Teilnehmer*innen aus der Tagesförderstätte. Achtzehn Teilnehmer wurden in kleine Gruppen aufgeteilt und drehten mit Sack und Pack eine 2,2 Kilometer lange Runde. Unter anderem waren Nicole Bögge, Andreas Bosch, Manfred Glaß, Thomas Estelmann, Michael Franke, Dagmar Winter, Günther Sittig, Simone Zotz, Simone Naumann, Michael Zimmer, Sarah Benhaddache, Patrick Fischer und Sabrina Feis am Start.

Nichts gephotoshopt: super Wetter in Steinweiler. Nichts gephotoshopt: super Wetter in Steinweiler. Ralph Hahn / Caritas-Förderzentrum St. Laurentius und Paulus

Das war schön anzusehen und die Stimmung war hervorragend: mit Elektrorollstühlen, Puppenwägen, Fahrrädern und Schieberollstühlen wurde die Strecke bewältigt. Im Anschluss gab es leckere Bratwurst vom Grill für alle. 

Die Außenwohngruppe aus Mühlhofen startete am Freitagnachmittag. Vier junge, hochmotivierte Männer waren superschnell unterwegs und legten die mit 5 Kilometern gewählte Strecke in 46 Minuten zurück. Christian Holzhäuser, Martin Schilling, Stefan Braun und Dominik Lochbrunner wurden unterstützt von Bianca Hasselwander (LiLi) und der Ehrenamtlichen Uschi Flörchinger-Kirchmer. Im Ziel gab es erst einmal zur Feier des Tages ein Gläschen Sekt.

Bedanken möchten wir uns beim Veranstalter n plus Sport GmbH, den wir vorab mit Fragen löchern konnten und der uns geduldig und prompt den richtigen Weg wies und bei Yvonne Kugler, Kerstin Mathes und Michaela Metz, die uns bei der Vorbereitung mit viel Einsatz unterstützten.

Franz Kotter, Petra Christiani, Klaus Böhm und Walter Kunz mit Pokal – gut versteckt, zwei Fässchen Bier, die wir auch noch bekommen haben.Franz Kotter, Petra Christiani, Klaus Böhm und Walter Kunz mit Pokal – gut versteckt, zwei Fässchen Bier, die wir auch noch bekommen haben.Ralph Hahn / Caritas-Förderzentrum St. Laurentius und Paulus

Und wir haben beim diesjährigen Landauer Firmenlauf auch etwas gelernt: Manchmal kann man sogar einer Pandemie etwas Positives abgewinnen. Denn durch Corona wurden die Teilnahmebedingungen geändert - in diesem Fall zu unserem Vorteil. Wir hätten unter "normalen Umständen" niemals mit so vielen Menschen mit Behinderung am Firmenlauf teilnehmen können. Kein Walter Kunz, kein Uwe Hammann, kein Jesse Emo hätten mitmachen können, denn wir wären mit größter Wahrscheinlichkeit nicht nur an der Strecke sondern auch am Trubel, am Kopfsteinpflaster und an der Zeit gescheitert. Aber so wurde uns die Teilhabe ermöglicht und wir könnten nicht stolzer auf unsere Leistung sein. Alle Teilnehmer*innen haben Tolles geleistet und obendrein hatten alle jede Menge Spaß.

Text: Alexander Hahn / Fotos: Ralph Hahn / Caritas-Förderzentrum St. Laurentius und Paulus



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