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Stand: 12.06.2020

Pressemitteilung

Eindrücke aus dem praktischen Schulalltag

Mitmachen am Tag des offenen KlassenzimmersDeutschunterricht kombiniert mit motorischen Übungen: eine Stunde in der Klasse Bechtluft gibt Besuchern Einblicke in den praktischen Schulalltag.Wipress / Caritasverband für die Diözese Speyer

Traditionsgemäß lädt die Schule am Beginn des zweiten Schulhalbjahres Eltern von Kindern, die in ihrer körperlichen Entwicklung beeinträchtigt sind, sowie Vertreter von Berufsgruppen, die mit von einem Handicap betroffenen Kindern und Jugendlichen arbeiten, zum Besuch ein.

Kugelrunde weiße Schneemänner zieren noch die Fenster des Schulgebäudes, in dessen Obergeschoss für diesen "Tag des offenen Klassenzimmers" eigens ein Bistro eingerichtet ist. Schulleiterin Monika Hirschfeld und ihr Kollegium stehen für Informationen und zum Gespräch zur Verfügung. Die Besucher werden mit allerlei Leckereien und Getränken bewirtet, an den Tischen wird rege diskutiert.

Natascha Rupprecht aus Wilgartswiesen, Mutter einer siebenjährigen Tochter mit besonderem Förderbedarf, steht den Gästen als Vertreterin des Schulelternbeirats - der mit vier von insgesamt sechs seiner Mitglieder heute ebenfalls vor Ort ist - Rede und Antwort. Sie ist beeindruckt von der pädagogischen Arbeit an dieser Schule, bei der sprachliche und motorische Förderung Hand in Hand gehen, und hat sich bei der Einschulung ihrer Tochter spontan für das Amt zur Verfügung gestellt. Der Elternbeirat sei an vielen Entscheidungen in der Schule beteiligt, sagt sie, und unterstütze deren Arbeit mit Spenden aus eigenen Aktionen wie zum Beispiel dem Waffelverkauf an Weihnachten oder im Sommer.

Die Gelegenheit zur Information und zum Gedankenaustausch nutzen sowohl Mitarbeitende aus anderen Schulen und Kitas sowie junge Menschen, die sich für diese Berufssparte interessieren, als auch Eltern von Kindern, für die der Besuch der Schule eine Option ist. Wie etwa Patrick und Susanne Kellerhals aus Rohrbach. Ihr vierjähriger Sohn Simon hat das Down-Syndrom und besucht zurzeit eine reguläre Kindertagesstätte. Später soll er hier eingeschult werden. "Für uns ist es wichtig, dass man hier gut auf ihn eingehen kann", erklärt die Mutter. Sie ist überzeugt davon, dass das an der Förderschule besser gelingt als in der Regelschule. Auch Julia Frey aus Billigheim nutzt den Kontakt mit der Einrichtung, um sich über eine gezielte Förderung für körperlich beeinträchtigte Kinder zu informieren.

Mathematik im Alltag beim Tag des offenen KlassenzimmersGeldwerte kombinieren, kaufen und bezahlen, schauen, ob’s noch reicht: Schülerinnen der Klasse Scharping spielen mit Anette Trauth mathematische Alltagsaufgaben durch.Wipress / Caritasverband für die Diözese Speyer

Etliche Besucher nehmen das Angebot wahr, in eine Lerneinheit "hineinzuschnuppern". So bekommt die Klasse von Katrin Bechtluft Besuch von zwei jungen Frauen, die vielleicht später einmal selbst an einer Förderschule arbeiten wollen, sowie einer Grundschullehrerin. Sie können den Deutschunterricht mit acht Schülerinnen und Schülern im Alter zwischen 15 und 16 Jahren miterleben. Die Klasse freut sich schon auf das Kartenspiel, mit dem die Stunde beginnt. Jeder liest die Aufgabe vor, die auf der Karte steht, die anderen führen sie aus: auf einem Bein hüpfen, nach den Sternen greifen, in die Hocke gehen, sich einmal um sich selbst drehen ... Bewegung gehört hier im ganzheitlichen Unterricht immer dazu. In der nächsten Aufgabe geht es darum, Sätzen an der Tafel bestimmte Symbolkärtchen zuzuordnen.

Ganz still ist es nebenan in der Klasse von Annette Scharping. Während drei Schülerinnen bei einem Einkaufsspiel den Umgang mit Geld lernen, hat sich ein Klassenkamerad im Zimmer nebenan ganz allein in eine andere Aufgabe vertieft. In der Förderschule können die Lehrkräfte den Unterricht auf den individuellen Förderbedarf jedes einzelnen Kindes abstimmen.

Verpflegung für Besucher am Tag des offenen KlassenzimmersDie Gäste werden in den Pausen im Bistro-Bereich bestens versorgt.Wipress / Caritasverband für die Diözese Speyer

"Der Tag des offenen Klassenzimmers war sehr gut besucht", bilanziert Schulleiterin Monika Hirschfeld am Ende des Tages. 56 Erwachsene und 18 Kinder haben die Gelegenheit wahrgenommen. Darunter auch Interessierte aus den eigenen Reihen: Die Schulleiterin freute sich besonders über den Besuch von Michael Röser, Leiter der Abteilung Caritas-Förderzentren bei der Caritas Betriebsträgergesellschaft mbH Speyer (CBS). "Durchweg gab es eine sehr positive Resonanz und viel Lob für den gesehenen Unterricht. Wir konnten viele gute Gespräche führen, auch mit Eltern, die noch unsicher sind über die Schulwahl", bilanziert Hirschfeld. Für die einen sei es wichtig zu wissen, dass eine Rückkehr ins Regelschulsystem grundsätzlich möglich ist, für andere, dass die besonderen Bedürfnisse des Kindes zum Beispiel bei niedriger Lebenserwartung wahrgenommen und berücksichtigt würden. 

Text und Bilder: Waltraud Itschner und Henning Wiechers für den Caritasverband für die Diözese Speyer

 

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