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Stand: 28.08.2015

Pressemitteilung

Die Landauer Innenstadt aus künstlerischer Perspektive

In einem Raum des Hauses der Jugend sind die Kunstwerke zum Thema Volles Haus: Die Vernissage der Ausstellung “Mol emol Landaach” war gut besucht.Wipress / DiCV Speyer

"Mol emol Landaach" - gut Pfälzisch für "Mal’ doch mal Landau!" - ist der Titel eines Kunstprojekts der Tagesförderstätte des Caritas-Förderzentrums St. Laurentius und Paulus in der Landauer Waffenstraße. Das Projekt wurde zusammen mit zwei Schülern der Montessori Schule Landau ab Mitte Januar durchgeführt. Eine Ausstellung der dabei entstandenen Arbeiten ist bis 2. April im Haus der Jugend in der Waffenstraße 5 zu sehen.

Eröffnet wurde diese Ausstellung am Donnerstag, 20. März, mit einer ansehnlichen Gästeschar. Lutfi Abdo, Thomas Estelmann, Jasmina Perret und Birgit Seibert, Klienten der Tagesförderstätte, sind die Künstler, die die Bilder der Ausstellung geschaffen haben. Mit ihnen zusammengearbeitet haben die beiden Oberstufenschüler Tristan Zehenter und Max Zimmermann der Montessori- Schule. Alle waren bei der Vernissage zugegen, Birgit Seibert übernahm es, mit Hilfe ihres Sprachcomputers die Gäste zu begrüßen.

Eine Mitmachaktion lädt die Besucher ein: Auf dem Foto sind Kinder dabei, mit großen Stempeln ein Motiv aus Gebäuden mit einem Denkmal davor, zu verzieren. Landau bunt werden lassen konnten auch die Vernissage-Besucher - mit großen Stempeln bei der Mitmachaktion. Wipress / DiCV Speyer

Für die Gäste gab es eine Mitmachaktion, bei der eine Schwarz-Weiß-Strichzeichnung des Landauer Rathausplatzes mittels großer Holzstempel auf Großleinwand zu einem farbenfrohen Kunstwerk gestaltet wurde. Bei Musik, Häppchen und Getränken nutzten die Vernissage-Besucher die Gelegenheit, die Exponate und ihre Schöpfer kennenzulernen und sich über die Hintergründe der Aktion zu informieren.

In der Ausstellung gezeigt werden Bearbeitungen von Fotografien, die in der Landauer Innenstadt entstanden sind. Zu sehen sind kolorierte Strichzeichnungen oder unter Einsatz der Fotoprojektion entstandene Leinwandgemälde, als Ausdruck von mit Computerwerkzeugen verfremdeten Bilddateien oder als auf Holz übertragenes einfarbiges Bildpositiv.

Initiiert hat das Projekt Ines Querido, Mitarbeiterin der Tagesförderstätte in Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin, als Abschlussprojekt ihrer Ausbildung. "Im Konzept des Projekts finden sich", so erklärt sie, "die Ziele der Arbeit in der Tagesförderstätte wieder: Einerseits ist das die Förderung der kreativen und handwerklichen Fähigkeiten der Kunden beziehungsweise die Reaktivierung dieser Fähigkeiten."

Zu sehen sind zwei Gemälde, eines zeigt ein Reiterdenkmal in Landau, das zweite ein Denkmal mit Personen. Darunter das Foto des Künstlers Lutfi Abdo. Die Exponate basieren auf der Bearbeitung von Fotografien. Erklärungen dazu gibt es auch mit arabischen Texten, denn ein Künstler, Lutfi Abdo, stammt aus Syrien.Wipress / DiCV Speyer

Denn der Schwerpunkt der Förderstätte liegt auf der Betreuung von Kunden, die nicht von Geburt an mit einer Behinderung leben, sondern die erst später - durch Unfall oder einen Schlaganfall - Betroffene wurden. "Andererseits steht auch die Teilhabe im Sozialraum um den Förderstätten-Standort im Fokus der Arbeit", so Querido. "Unsere Kunden gehen in Landaus Innenstadt zum Einkaufen oder konsultieren die hier niedergelassenen Ärzte. Sie besuchen hier angebotene Veranstaltungen, schließen Kontakte zu den Menschen, die hier leben und übernehmen gern auch kleine Dienstleistungen für sie." Daher war eine fotografische Erkundung dieses Sozialraums der Ausgangspunkt des Projekts. Die den Lebensalltag im Umfeld der Tagesförderstätte reflektierende Auswahl der gewonnenen Motive sowie deren künstlerische Bearbeitung schlossen sich an.

"Dem Teilhabe-Gedanken entsprach auch, Kooperationspartner ins Boot zu holen", fügt Ines Querido an. Die fanden sich an der Montessori-Schule im Süden der Landauer Innenstadt. Auf deren Lehrplan steht "Service Learning". Dabei lernen Schülerinnen und Schüler der 9. bis 12. Klassenstufe Facetten gesellschaftlichen Engagements ganz praktisch kennen. Die Schule habe sich für ihre Anfrage sehr offen gezeigt, freut sich Querido, und es fanden sich die Oberstufenschüler Tristan Zehenter und Max Zimmermann, die das Projekt begleiteten und unterstützten. "Es hat wirklich Spaß gemacht", bekundete Max Zimmermann im Gespräch bei der Vernissage.

In die künstlerische Umsetzung sind auch Kompetenzen eingeflossen, die Ines Querido mitbringt: Die 34-jährige gebürtige Portugiesin hat, so berichtet sie, vor ihrer jetzigen Ausbildung in Lissabon Design studiert, später in London Fotografie und Bildbearbeitung, hat in New York und Amsterdam als Designerin und Fotografin gearbeitet und ist seit 2013 mit ihrer Familie in Deutschland zu Hause. So konnte sie die Künstlerinnen und Künstler bei der fantasievollen Bearbeitung der Stadtfotos professionell begleiten.

Dass die Ergebnisse des Projekts "Mol emol Landaach" wirkliche Hingucker sind, zeigte sich nicht nur an der Reaktion der Vernissage-Gäste, zu denen auch die Kinder der Kita in der Langgasse gehörten - Kindertagesstätte und Tagesförderstätte stehen schon seit einiger Zeit durch gegenseitige Besuche im Austausch. Auch der Gastgeber der Ausstellung, das Haus der Jugend, hat Gefallen an den Arbeiten gefunden. So wurde schon am Tag der Vernissage ein großformatiges Bild der "Roten Kaserne", Sitz des Hauses der Jugend, bei der Tagesförderstätte in Auftrag gegeben, konnte Förderstätten-Mitarbeiter Sebastian Reinhardt am Ende des Tages mitteilen.

Info:
Die Ausstellung "Mol emol Landaach" ist bis Dienstag, 2. April, im Haus der Jugend, Waffenstraße 5, Landau, zu sehen. Öffnungszeiten sind Montag, Dienstag und Donnerstag ab 17 Uhr, Mittwoch und Freitag ab 14 Uhr, jeweils bis 20 Uhr.  

Text und Fotos: Waltraud Itschner und Henning Wiechers für den Caritasverband für die Diözese Speyer


 

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