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Stand: 28.08.2015

Pressemitteilung

“Das hilft entscheidend dabei, Gewalt zu verhindern“

Modellprojekt Blumen für die Landauer, Secco für die Rüsselsheimer: Mit herzlichem Dank wurden die "BeSt"-Akteure von Schul- und Einrichtungsleitung gewürdigt. Auf dem Bild zu sehen sind (von links) Daniela Deny, Konrektorin Monika Hirschfeld, "Coach" Matthias Belikan, Schulleiterin Stephanie Daut, Alicia Lazàro-Lind, Sophie Hauck, Sabine Starck und Luisa Fess.Wipress / Caritasverband Speyer

"BeSt" steht für "Beraten & Stärken" und ist der Name eines Modellprojekts für Einrichtungen, die Menschen mit Behinderung betreuen. Es soll bundesweit rund 80 ausgewählte Einrichtungen für den Schutz von Mädchen und Jungen vor - vor allem sexualisierter - Gewalt professionell qualifizieren. Die Förderschule mit dem Schwerpunkt motorische Entwicklung des Landauer Caritas-Förderzentrums St. Laurentius und Paulus ist eine dieser Einrichtungen. In der ersten Juniwoche war der Abschluss der seit Ende 2016 durchgeführten "BeSt"-Qualifizierungsmaßnahmen Anlass einer kleinen Feierstunde.

Drei Hauptelemente umfasst das Modellprojekt "BeSt", dessen Träger die in Düsseldorf ansässige Deutsche Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung und -vernachlässigung (DGfPI) ist und das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird: Die Erarbeitung eines individuell auf die Bedürfnisse der jeweiligen Einrichtung zugeschnittenen Präventionskonzepts. Die Sensibilisierung und Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Umgang mit sexualisierter Gewalt, aber auch anderen Formen von Übergriffen. Und - mit im Prinzip gleichen Zielen - die Durchführung des projekteigenen Präventionsprogramms "Was tun gegen sexuellen Missbrauch - Ben und Stella wissen Bescheid" mit den Kindern und Jugendlichen einschließlich entsprechender Information der Eltern. Die das Modellprojekt durchlaufende Einrichtung wird dabei beraten und begleitet von einer von insgesamt zehn mit der DGfPI kooperierenden Fachstellen. Für die Förderschule des Landauer Caritas-Förderzentrums hatten Matthias Belikan und seine Kollegin Stefanie Michel-Schulze von "pro familia" in Rüsselsheim als zuständiger Fachstelle diesen Dienst übernommen. Zur abschließenden Feierstunde des Projekts war Belikan wieder nach Landau gereist. Als Vertreter der DGfPI war "BeSt"-Projektleiter Bernd Eberhardt der Einladung gefolgt.

"Wir sind auf einem guten Weg", konnte Monika Hirschfeld, Konrektorin der Förderschule, feststellen. Das im Modellprojekt "BeSt" unter fachlicher Begleitung absolvierte Maßnahmenpaket sei ein wertvoller Baustein in der Präventionsarbeit ihrer Einrichtung, die wie Hirschfeld in einem Rückblick verdeutlichte, schon 2004 begonnen hat. Seitdem wurden Projekte wie die "Starke Schule" angestoßen oder Herausforderungen aufgenommen wie etwa die gleichgeschlechtliche Pflege zu gewährleisten, es wurden und werden Schulungen und Informationsmöglichkeiten für Mitarbeiter und Eltern geboten. Wichtiger Partner dabei ist der Landauer Verein "FrauenZentrum Aradia". Von Anfang an hat sich Alicia Lazàro-Lied, geschulte Präventionsfachkraft im pädagogischen Team der Caritas-Förderschule, den Aufgaben der Prävention gestellt - wofür Hirschfeld ihr während der Feierstunde besonderen Dank abstattete. Ein Dankeschön ging aber auch an alle, die sich in den aktuellen "BeSt"-Arbeitskreis eingebracht haben sowie an die beiden Begleiter von "pro familia".

Das Lob der Konrektorin der Förderschule, dass das gesamte Kollegium großes Engagement für das wichtige Thema aufgebracht und hohe Bereitschaft gezeigt habe, sich einbinden zu lassen, bekräftigte auch Günther Sittig für die Gesamtleitung des Förderzentrums und fügte an: "Alle Beteiligten haben Anteil daran, dass wir das Feld professionell besetzen können - und das hilft entscheidend dabei, Gewalt zu verhindern".

Matthias Belikan attestierte der Förderschule eine hervorragende Vorarbeit und dem Kollegium eine große Offenheit. "Es ließ sich sehr gut arbeiten, und ich habe gespürt, das Thema ist angekommen."

Dass auch die Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern in der Durchführung des "Ben und Stella"-Präventionsprogramms sehr ermutigend verlaufen sei, berichtete Sabine Starck vom Arbeitskreis. Behandelt wurden dabei Themen wie "gute" und "schlechte" Gefühle, verschiedene Arten von Berührungen, das Bewusstsein für den eigenen Körper und sexuellen Missbrauch, das Recht darauf, Grenzen zu setzen, "Nein!" zu sagen und sich Hilfe zu holen, Ansprechpartner zu haben. "Und sie trauen sich jetzt, wirklich nachzufragen".

Die Präventionsarbeit in der Caritas-Förderschule wird weiter ausgebaut, kündigte Monika Hirschfeld an. Alle zwei Jahre solle das erarbeitete Konzept überprüft und dem Bedarf angepasst werden. Die Zusammenarbeit mit "Aradia" werde fortgeführt, und neben Alicia Lazàro-Lied werden demnächst auch zwei weitere Kolleginnen aus dem "BeSt"-Arbeitskreis, Sabine Starck und Luisa Fess, die Schulung zur Präventionsfachkraft durchlaufen haben.

Die Erfahrungen und Ergebnisse aus dem bundesweiten Modellprojekt sollen dokumentiert werden und etwa in Handbuchform anderen Einrichtungen für die Profilierung ihrer Präventionsarbeit zur Verfügung gestellt werden, unterrichtete Projektleiter Eberhardt im Gespräch nach der Feierstunde.

Text und Fotos: Waltraud Itschner und Henning Wiechers für den Caritasverband für die Diözese Speyer

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