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Stand: 28.08.2015

Pressemitteilung

Battles, Beats und Dissen – Rapper Graf Fidi reimt über Musterschüler und Saft-Oasen

Versteht sich als Botschafter für Inklusion: Der Berliner Rapper Graf Fidi mit der Landau-Mütze kam mit einer Gehbehinderung und sechs Fingern auf die Welt. Er gibt Konzerte und Workshops. Versteht sich als Botschafter für Inklusion: Der Berliner Rapper Graf Fidi mit der Landau-Mütze kam mit einer Gehbehinderung und sechs Fingern auf die Welt. Er gibt Konzerte und Workshops. Yvette Wagner / Caritasverband Speyer

Außergewöhnlicher Besuch in der Förderschule im Caritas-Förderzentrum St. Laurentius und Paulus in Landau: Der Rapper Graf Fidi aus Berlin hat zusammen mit Schülern einen Song erarbeitet. Beim Workshop im Rahmen der Inklusiven Kunstwoche "Was ich mir wünsche" hatten die Sieben- bis 18-Jährigen, der Rapper und die Lehrer viel Spaß.

Als die Schüler am Donnerstagmittag den Song zum ersten Mal hörten, waren sie vollkommen begeistert: Fidi hatte coole und witzige Reime über die Schüler und ihre Schule getextet. Saft-Oase, Musterschüler, Rollis, Arbeit, Huhn, Kaninchenstall, Schülerfirma oder Unterricht: Die Kinder und Jugendlichen hatten Fidi etliche Begriffe über ihre Schule mitgegeben, aus denen er den Text baute.

Bevor Fidi und die zehn Schüler ans Werk gingen, machten sie sich natürlich erst einmal miteinander bekannt. Der Berliner tat das auch musikalisch, rappte seinen Song "Ich mach das mit links". Dann suchten die Schüler die passende Grundlage für ihren Rap-Song aus, den Beat. Fidi hatte drei verschiedene Beats mitgebracht - die Wahl fiel auf einen entspannten Beat, der aber trotzdem kraftvoll wirkte.

Graf Fidi versteht sich als Inklusionsbotschafter. Er kam mit einer Gehbehinderung und sechs Fingern auf die Welt und meint: Mehr Menschen mit Handicap müssen in der Öffentlichkeit und im Rampenlicht zu sehen sein. Denn eine offene und vielfältige Gesellschaft könne nur dort entstehen, wo Vielfalt gelebt werde. Dafür setzt sich Fidi ein, indem er selbst Musik macht und auftritt, bei Podiumsdiskussionen seine Meinung sagt und Teilnehmern von Weiterbildungen die Lebenswelt von Menschen mit Behinderung näherbringt.

Am Donnerstag hatte er die Landauer Förderschüler unter seinen Fittichen. Sie probten den ganzen Tag lang, um abends den Rap auf der Bühne zu präsentieren sowie am Freitag bei der Abschlussveranstaltung der Kunstwoche. Während Fidi sich ins Lehrerzimmer zurückzog und über dem Text brütete, machten sich die Schüler schon einmal "warm" für die Auftritte. Ihr Beat erklang immer wieder. Sie übten, sich im Takt zu bewegen - mit Händen, Füßen, durch Kopfnicken. "Guckt, was euer Körper mit dem Beat macht", rief Lehrerin Jenne Scobel. Beim Rap bewegt sich schließlich nicht nur der Mund, sondern auch der Körper. Deshalb studierten die Kids später auch noch eine Choreografie ein.

Die Schüler des Caritas-Förderzentrums St. Laurentius und Paulus übten im Rapp-Workshop das „Battlen“, sich gegenseitig freche Sprüche um die Ohren zu hauen. Die Schüler des Caritas-Förderzentrums St. Laurentius und Paulus übten im Rapp-Workshop das „Battlen“, sich gegenseitig freche Sprüche um die Ohren zu hauen. Yvette Wagner / Caritasverband Speyer

Dann hatten die Mädchen und Jungen ziemlich viel Spaß bei den Battles, den Wortgefechten. Dabei sollten sie darauf achten, die Wörter auf den Beat zu sprechen. Das war gar nicht so einfach und wurde noch schwieriger, weil sie sich die Wörter spontan ausdenken mussten: erst lustige, dann Komplimente, schließlich Schulbegriffe und am Ende durften sie sich sogar dissen, also sagen, was einen am anderen stört. Aber das war nicht ernst gemeint, sondern komisch.

Auf den Workshop hatten sich die Schüler gut vorbereitet. In den Tagen zuvor hatten sie gelernt, was Rap ist, welche verschiedenen Arten es gibt oder wie Rap entstand. Natürlich haben sie auch Songs gehört und sogar selbst einen Beat erstellt und aufgenommen. Damit die Schüler beim Auftritt auch stilecht wie Rapper aussehen, hatte Jenne Scobel noch passende Accessoires mitgebracht: Aus einer Tüte zog sie nagelneue Kappen. Bevor Fidi mit dem fertigen Text wieder in den Klassenraum kam, klärten die Workshop-Teilnehmer noch, wie die Kappe richtig sitzen muss, damit es cool aussieht. Bei Wiedersehen erkannte der Rapper gleich den Unterschied auf den Köpfen der Mädchen und Jungen. "Wow, ihr habt ja Kappen auf!", lobte er. Und nicht nur das: Er bekam als Geschenk auch eine mit dem Schriftzug "Landau".

Lehrerin Jenne Scobel brachte Graf Fidi ins Spiel für die Inklusive Kunstwoche. Sie hatte von seinen Schul-Workshops gehört, die gut ankommen. Auch die Landauer Förderschüler waren begeistert. "Nett, freundlich, cool", sagte Philip über den Rapper. Marcel fand ihn "gechillt", also entspannt. Die Begeisterung beruht auf Gegenseitigkeit. "Großartig" nennt Fidi die Landauer Förderschüler.

Text und Foto: Yvette Wagner für den Caritasverband für die Diözese Speyer

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