Diözesan-Caritasverband Speyer, 06.09.2017

Darf man Menschen gegen ihren Willen pflegen?

Mit "Ethik im Dialog" bietet die CBS Caritas Betriebsträgergesellschaft Speyer Mitarbeitern und Externen ein niederschwelliges Gesprächsangebot in Kaiserslautern und Landau, um ethische Konfliktfelder im Arbeitsalltag zu reflektieren und diskutieren

Ist es erlaubt, alte Menschen, die nicht mehr trinken wollen, das Wasserglas aufzudrängen? Wie geht man damit um, wenn die demente Bewohnerin einer Altenzentrums in Unterwäsche durchs Haus laufen will? Was tun, wenn Bewohner die Hygiene vernachlässigen und sich auch nicht pflegen lassen wollen? Das sind ethische Fragen, die im Arbeitsalltag in den Alten- und Förderzentren der CBS Caritas Betriebsträgergesellschaft Speyer auftauchen.

Um darüber ins Gespräch zu kommen, gibt es jetzt das Format „Ethik im Dialog“. Eingeladen sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus vier Einrichtungen der CBS in Kaiserslautern und Landau. Diese sind das Caritas-Altenzentrum St. Hedwig und das Caritas-Förderzentrum St. Lukas in Kaiserslautern sowie das Katholische Altenzentrum Landau und das Caritas-Förderzentrum St. Laurentius und Paulus in Landau. Angesprochen sind Mitarbeiter aller Arbeitsfelder.

Die Einladung richtet sich zudem an Therapeuten und Ärzte, Ehrenamtliche der Einrichtungen sowie an Hospizfachkräfte der Ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienste in dieser Region. Ausgenommen sind Bewohner, Angehörige und Betreuer.

„Das Gesprächsangebot ,Ethik im Dialog‘ richtet sich bewusst an Mitarbeiter aller Bereiche, nicht nur aus dem Bereich Pflege, sondern auch aus der sozialen Betreuung oder auch aus dem Service“, betont Ethikberaterin und Caritas-Mitarbeiterin Stefanie Kreutz. Die Veranstaltungen dauern jeweils 90 Minuten, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Geplant sind für das kommende Jahr in Kaiserslautern und Landau jeweils vier Veranstaltungen.

Bei den beiden Veranstaltungen werden jeweils zwei Ethikberater die Moderation übernehmen. Sie werden zu Beginn einen einführenden, thematischen Impuls geben. Durch den fachlichen Einstieg werden sowohl ethische Konfliktfelder besprechbar gemacht als auch die Teilnehmer für ethische Fragestellungen sensibilisiert, denn: „Ethische Fragen können in jedem Bereich auftreten“, betonen die Ethikberater.

Das Gesprächsangebot „Ethik im Dialog“ soll die Teilnehmer bei der Wahrnehmung ethischer Aspekte ihrer Arbeit unterstützen. Zudem werden verschiedene Fallbeispiele besprochen. Die Veranstaltung versteht sich als Orientierungshilfe für die Praxis. „Das Ziel von ,Ethik im Dialog‘ ist auch die Vernetzung der Mitarbeiter. Diese unterstützt die Etablierung von Ethikberatungen in den Einrichtungen und dient darüber hinaus der Prävention“, erklärt Stefanie Kreutz.

Die Caritas Betriebsträgergesellschaft Speyer hatte 2016 zwölf EthikberaterInnen ausgebildet. Sie beraten in Zweierteams in den Caritas-Einrichtungen Mitarbeiter in ethischen Fragen.

Infos zu Veranstaltungen

„Ethik im Dialog“, am 19. Oktober 2017, 13.30 bis 15 Uhr:
Caritas-Förderzentrum St. Lukas, Triftstraße 106, Kaiserslautern
Moderation: Anette Nicola-Imhoff und Marita Seegers

 

„Ethik im Dialog“ am 21. November 2017, 13.30 bis 15 Uhr
Caritas-Förderzentrum St. Laurentius und Paulus, Queichheimer Hauptstraße 235, Landau.
Moderation: Katja Stopfer und Stefanie Kreutz

Text: Caritasverband für die Diözese Speyer